Hk/USA, 2007

Cowabunga!
Ja, das ist nicht die originellste Art, eine Rezension zur Filmauferstehung der Teenage Mutant Ninja Turtles” zu beginnen. Doch in Relation zum fertigen Film ist der Rückgriff auf den traditionellen Kampfruf der Turtles noch das Originellste, was im Zusammenhang mit diesem Werk erwartet werden kann. Die Turtles, einst eine Comic-Parodie auf Helden wie Daredevil oder Ronin, haben nach drei Realfilmversionen und einer zehn Jahre laufenden Zeichentrickserie wieder einen Weg gefunden, sich ins Gedächtnis der Kinowelt zurückzurufen. Unter der Regie von Spielfilmdebütant und Grafiker Kevin Munroe sind die vier mutierten Ninja-Schildkröten zum ersten Mal in CGI-Form zu bewundern.

Neben der neuen Präsentationsform hat sich in New York City auch sonst einiges geändert. Nachdem die Turtles ihren Erzfeind Shredder besiegt haben, gibt es nichts mehr zu tun, und so füllen sie ihr Dasein mit neuen Aufgaben. Donatello arbeitet bei einer Telefonhotline für Computerprobleme, Michelangelo kostümiert sich als Schildkröte, um bei Kindergeburtstagen aufzutreten, und Raphael turnt als selbsternannter Wächter der Stadt herum und bringt Kleinkriminelle zur Strecke. Derweil ist ihr Anführer Leonardo im zentralamerikanischen Dschungel unterwegs und sucht - auf Geheiß des Rattenmeisters Splinter - sich selbst. Eine verzwickte Situation, denn New York City und die ganze Welt stehen vor einer Krise. Vor 3000 Jahren, so entnehmen wir dem unfreiwillig komischen Prolog, hat ein legendärer General dank einer eben nur alle 3000 Jahre auftretenden Sternenkonstellation ein Portal in eine andere Dimension geöffnet und ist dadurch unsterblich geworden. Nebenbei hat er leider 13 Monster frei gelassen. Diese bedrohen nun die Welt.

Doch ehe es in den Kampf geht, lässt Regisseur Munroe die Turtles interne Konflikte austragen. Da streiten Raphael und Leonardo über den Führungsanspruch innerhalb der Gruppe und um den Platz als Meister Splinters Liebling. Dafür nimmt sich Munroe leider unnötig viel Zeit und walzt die dazugehörigen Streitgespräche in scheinbar endlos langen Dialogen aus. Den vier Schildkröten soll damit Hintergrund und Motivation verliehen werden, doch scheitert dies am mit Klischees voll gestopften Drehbuch. Diese Versuche, dem Film mehr Tiefe zu geben, münden schließlich in ein pathetisches klärendes Gespräch, in dem sich die Schildkrötenbrüder eine platte Weisheit nach der anderen an den Kopf werfen. Wenn dann alles wieder geklärt ist, ist des Zusehers Interesse für die monströse Bedrohung längst versandet.

Was der Prolog andeutet, entpuppt sich im Laufe der knapp 90 Minuten als leider allzu wahr: Tmnt sieht - nicht zuletzt aufgrund der merkwürdig angestaubten CGI - nicht nur aus wie ein mittelmäßiges Computerspiel, sondern entwickelt sich auch wie eines. Da darf der Zuseher von Level zu Level mitspringen und doch nicht selbst eingreifen, sondern muss sich fragen, weshalb sich keinerlei Spannung oder Humor einstellen wollen. Hätte Regisseur Munroe bei seinem Drehbuch ein wenig mehr Wert auf gute Gags und spannend choreographierte Action gesetzt, wäre Tmnt ein äußerst sehenswertes Animationsabenteuer geworden.
So allerdings bleibt nur lähmende Langeweile.

Patrick Dorner